Tiefverwurzelte Boshaftigkeit

Die türkise Regierung hat ein neues Kapitel der Boshaftigkeit eröffnet. Diesmal betrifft es Menschen, die aus welchen Gründen auch immer, für einige Tage ins Ausland fahren. Im Falle einer Erkrankung mit Covid-19 drohen diesen arbeitsrechtliche Konsequenzen. Die Regierung könnte das ganz leicht verhindern. Tut sie aber nicht. Denn die ungehorsamen Untertanen müssen für ihre Frechheit schon ein bissl maßgeregelt werden.
Der erste türkise Plan vom „Zwangsurlaub“ in der schönen Heimat ist grandios gescheitert. Denn das „Einsperren“ der Österreicher innerhalb der Landesgrenzen war von Anfang an zum Scheitern verurteilt. So schlägt die Boshaftigkeit an anderer Stelle zu: bei den Reisewarnungen.
Denn für alle(!) Länder, auch denen mit viel weniger Covid-19 Risiko (wie praktisch alle süd-osteuropäischen Nachbarländer plus Griechenland) gilt weiterhin eine Stufe 4 Risikowarnung. Diese kann im schlimmsten Fall zu einem arbeitsrechtlichen Bummerang werden. Dann nämlich, wenn es zu einer Infektion kommt. Da putzt sich dann der Arbeitgeber, samt hysterischer Unterstützung der Wirtschaftskammer, mit der Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall einfach ab. Weil Reisewarnung, eh schon wissen. Hätte sich die Person besser in Tirol angesteckt, da gibt’s keine Probleme. Ich denke zwar, dass dieser Fall vor einem Arbeitsgericht schlecht für den Arbeitgeber ausgehen würde. Aber alleine die Möglichkeit ist eine Provokation.
Dieser Zustand ist nur möglich, weil Kurz, Köstinger & Co es so wollen. Die Dreistigkeit von Personen, den gütigen Vorschlag zur Unterstützung der heimischen Tourismus-Industrie abzulehnen, muss anscheinend sanktioniert werden. Nebenbei, diese Regelung ist kein (!) Stornogrund. Mal abgesehen vom Umstand, dass viele Menschen aus Österreich den Urlaub im Ausland zum Besuch von Verwandten und Bekannten nutzen.
An diesem kleinen Beispiel zeigt sich die Boshaftigkeit der türkisen Regierung, die sich durch fast alle ihre Vorhaben zieht. Diese sind oftmals mit blanker Inkompetenz gemischt. Immer werden bestimmte Gruppen ein wenig schikaniert oder benachteiligt. Oft sind es die Ärmsten, manchmal unliebsame Bereiche, die offenbar vor allem Kurz zuwider sind. Nach den letzten Wochen scheinen diese Bereiche all jene zu sein, die normalen Menschen Freude bereiten: Weggehen, Kultur oder Sport.
Es gibt immer noch eine erschreckende Anzahl an Kurz Fans, die diese inkompetente Boshaftigkeit nicht sehen wollen oder können. Es liegt an uns anderen, sie immer wieder darauf hinzuweisen.

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