Das Test-Dilemma

Testen um zum Frisör zu gehen. Eine nette Idee. Mit vielen provokativen und gefährlichen Haken. Aber passend zur Regierung voller Inkompetenz und Präpotenz! Zuerst einmal: warum muss ich beim Frisör (und ähnlichen Dienstleistern) einen maximal 48h alten negativen Test vorlegen, die Frisör-Mitarbeiter*innen aber womöglich gar keinen? Weil sie dann eh eine (großteils nicht der Vorgabe entsprechende) FFP2-Maske tragen*. Oder wenn sie testen gehen, dann nur einmal pro Woche. Das ist ein Witz!
Zweitens: jeder halbwegs verantwortungsvolle Experte weist darauf hin, dass die Ergebnisse dieser Test nur für etwa 12 Stunden eine tatsächliche Aussagekraft besitzen. Schon ab rund einem Tag kann die zuvor negativ-getestete Person Covid haben und womöglich auch schon Leute anstecken. Wie so oft weiß es zwar keiner genau, aber wir haben seit einem Jahr anhand von Möglichkeiten Grundrechte eingeschränkt. Hier tut sich ein gefährlicher Abgrund trügerischer Sicherheit auf. Warnen uns nicht die Experten vor den „gefährlichen Asymptomatischen“? Da sind aber Negativ-Getestete, die sich an nichts mehr halten, wohl gefährlicher. Und ja, die gibt es!
Und drittens: warum geht das nicht im Wirtshaus, im Theater, im Kino oder beim Sport? Es sollte ohnehin die Dauer viel mehr beachtet werden. Zwei Stunden beim Frisör sind wohl ebenso sicher mit vorherigem Test wie einen Film anschauen oder einen Kaffee trinken.
Aber nein, da kommen ja dann die Leute zusammen von nah und fern. Das wollen wir ja nicht. Wegen dem Corona-Virus, eh schon wissen. Und die Mutationen sind ja auch so eine Sache. Also ein bissl testen fürs Haare schneiden. Aber nur nicht zu viele Freiheiten. Sonst kämen wir nämlich drauf, dass es für geschätzte 2 Millionen Tests pro Tag keine Testmöglichkeiten geben würde. Und anscheinend ist das Vertrauen in die Aussagekraft des Antigentests offenbar doch nicht so hoch.
Mal abgesehen davon gibt es einen weiteren, sehr praktischen Aspekt für Kurz & Co. Alleine durch das Reintesten steigt die Zahl Positiver automatisch an. So kann dann wieder eine Verschärfung leicht argumentiert werden. Und so auch bequem von den Ungeheuerlichkeiten, die sich die türkise Partie in den letzten Wochen abseits von Corona geleistet hat. Mit Steigbügelhalten durch die Grünen. Eine passende Postion, weil das grüne Rückgrad nicht mehr vorhanden ist.

*Zur Erklärung: die überwiegenden FFP2-Masken sind mit dem Lable „NR“ gekennzeichnet. Das bedeutet, sie können NICHT wiederverwendet werden. Zudem müssen diese Masken nach 4 Stunden Tragezeit gewechselt werden. Haltet man sich nicht an diese Vorgaben, ist die Wirksamkeit nicht gewährleistet. Da können dann die regierungstreuen Experten noch so oft vom Trocknen an der Luft sprechen!

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