Wundern mit dem Ingenieur und die falsche Farbe für Herrn Moser

Die Sendung „Im Zentrum“ (3.9.) hat wieder gezeigt, wie jenseitig die FPÖ und ihr hauseigener Ingenieur daherkommen. Ungläubiges Kopfschütteln beim Zuseher inklusive, auch über den Umstand, dass Josef Moser wohl noch nicht verstanden hat, dass die Liste Kurz eine zwecks Überlebens in Machtpositionen umgefärbte ÖVP ist.

Was nicht alles an tollen Reformvorschlägen da der ehemalige Rechnungshofpräsident durch das Fernsehstudio schleuderte. Keine einzige davon wurde seit 31(!) Jahren (so alt wie Kurz nun ist) von der ÖVP in Regierungsverantwortung umgesetzt. Aber jetzt wird ja alles anders. Wer es glaubt! Jedenfalls traute sich Frau Köstinger nicht ins Studio mit einer völlig lächerlichen Begründung. Es färbt ihr Chef schon ab, der hat ja auch immer wichtigere Dinge zu tun! Es wird sich Herr Moser noch wundern, was alles nicht in der Liste Kurz umgesetzt werden wird.
Ein wie immer gut aufgestellter Werner Kogler (einer der wenigen verbliebenen Lichtblicke bei den Grünen) versuchte, den getäuschten Moser vom schwarz-türkisen Etikettenschwindel zu überzeugen. Erwartungsgemäß scheiterte er. Unterhaltsam!
Lustig auch der Herr Ingenieur, der allen Ernstes behauptete, an der FPÖ sei noch keine einzige Reform gescheitert. Da haben aber alle außer blauen Hooligans sehr gelacht: Bildungsreform, Gewerbeordnung, Grapschparagraf usw. sind wohl in den kornblumenfarbigen Augen der FPÖ keine Reformen, sondern Provokationen gegenüber national- und rechtsextremen Befindlichkeiten. Daneben könnte dem armen Herrn Niessl (das ist jener Rote, der glaubt, mit seinen Wählern im Ausmaß einer größeren Gemeindebausiedlung in Wien hätte er die Bedeutungsmehrheit innerhalb der SPÖ) im Zuge der Diskussionssendung der geliebte Koalitionspartner endgültig abhanden gekommen sein. Herr Hofer versprach (wir sahen allerdings seine Finger nicht, vielleicht hielt er sie überkreuzt) allen Ernstes nur dann in eine Regierung zu gehen, wenn Österreich zur Schweiz wird. Auch so kann man eine drohende Niederlage schönreden!
Frau Griss war erstaunlich unaufgeregt, souverän und sicherlich an diesem Abend kein Handicap für NEOS.
Und Frau Pamela Rendi-Wagner kam als sympathisch adrette PR-Agentin von Kanzler Kern zwar selten bis gar nicht ins Schleudern, allerdings gab es nur wenig neue relevante Botschaften für die Interessierten.
Was sich für mich jedoch in der ersten TV-Runde in der heißen Wahlkampfzeit zeigte: es wird nun für die türkis getarnte ÖVP und ihren Wunderjüngling immer schwieriger, sich so einfach ohne Inhalte durch den Wahlkampf zu mogeln. Da helfen auch Ablenkungsmanöver wie die von der angeblichen Spende Haselsteiners (das war einfach peinlich und zeigt vom Unvermögen des Außenministers bei öffentlichen Auftritten jenseits jubelnder ÖVP-Claqueure) nicht. Oder die ebenso ins Dirty Campaigning hineinreichende Lächerlichkeit vom grünen Überläufer Dönmez, der mit dem seit Juni bekannten gemeinsamen Urlaub von Familie Kern und Familie Leitner 2015 jede inhaltliche Frage nach türkis-schwarzen Inhalten mit Empörung über eingebildete Parteilichkeit bei einem Interview wegwischt!
Aber die Liste Kurz ist für einen fairen Wahlkampf! Da lachen dann auch die letzten Spaßbremsen!

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.