Die Pleiten & Pannen des Gesundheitsministers

Wieso irgendwer der Meinung ist, Gesundheitsminister Anschober macht einen guten Job, ist mir rätselhaft. Von allen Ministern leistete er sich persönlich bis heute die gröbsten Pannen. Sein Ministerium ist bei allen ungenauen, missverständlichen oder sogar widersprüchlichen Vorgaben und Erlässen an erster Stelle. Alles zusammen spricht für seinen Rücktritt!
Am Beginn der Krise redet der Fachminister vom Händewaschen und vom „nicht die Hand geben!“ Das ist gut und schön, die wirklich wichtige Maßnahme, der Mindestanstand von 1 Meter ist offenbar unbekannt. Dafür kommt immer wieder das kleine Wörtchen „demokratisch“ vor. Na ja.
Dann rät uns der Minister, statt 3x in der Woche nur noch 1x in den Supermarkt zu gehen. Und wundert sich dann, wenn es an einem Freitag zu extremen Schlangen in den Geschäften kommt vor einer sich abzeichnenden Ausgangsbeschränkung.
Die plötzlichen Mengenbeschränkungen bei Veranstaltungen hatten möglicherweise schon den 1 Meter Abstand beinhaltet, aber es wurde nicht klar kommuniziert, denn keiner wusste etwas davon in der Woche vom 9.-14. März.
Dann die Farce rund um die Gastronomie. Zuerst alle Lokale geschlossen, plötzlich war alles ein Missverständnis in der ZIB2. Sie bleiben doch offen, anscheinend wegen den Werksküchen. Wenige Tage später Schließung für alle um 15 Uhr, offenbar immer noch wegen den Werksküchen. Als ob der Corona-Virus erst ab 15:01h ansteckend wird. Am Ende dann komplette Schließungen.
Die Peinlichkeiten rund um unklare Vorgaben, etwa „das Spazierengehen“, Spielplätze, Sport oder Aufenthaltsrechte von Scheidungskindern. Aber das war ja alles „demokratisch“, gell Herr Minister.
Letzte Woche forderte die wirkliche Expertin Rendi-Wagner flächendeckende Tests, was von Anschober sofort abgelehnt wurde. Zwei Tage später werden die Kapazitäten von Kurz merklich erhöht. Anschober sieht keinen Widerspruch und verrennt sich in kruden Ausflüchten, von wegen Rendi-Wagner hätte dies und das gesagt.
Aber die Krönung der Pleiten war die Aussendung von Anschober am Mittwoch, 25.3. publiziert nachmittags, wo er von 96 Prozent milden Krankheitsverläufen in Heimpflege sprach, 3,5 Prozent nötigen Spitalsaufenthalten und 0,5 Prozent Intensivstationsfällen, in Zahlen 26. Nur wenige Stunden später waren es plötzlich nur mehr 89 Prozent milde Verläufe (immer noch ein extrem beruhigender und guter Wert), knapp 10% in Spitalspflege und 1,5% auf Intensivstationen, in Zahlen 90 Personen.
Wieso geht Anschober mit solchen Daten an die Öffentlichkeit, wenn sie nicht wirklich akkordiert sind mit den jeweiligen Krankenhäusern? Die Leute beruhigen oder motivieren? Sich wichtig machen? Jetzt hat er den Salat!
Das ist einfach inkompetent, nichts anderes. Und damit ist Anschober nach der Krise eigentlich rücktrittsreif!
PS: Ich denke natürlich, die komplette Regierung hat sich nicht mit Ruhm bekleckert, hat in vielen Dingen zu spät und sicher falsch reagiert, oft auch überschießend. Für mich war die komplette türkis-grüne Mannschaft inkompetent in einer (teilweise selbst erzeugten) Krisensituation. Über die Performance, rechtliche Beschränkungen, die wirtschaftlichen Amok-Aktionen und die Beschneidung der demokratischen Grundrechte wird und muss auf jeden Fall diskutieren werden. Speziell auch über die Rollen von Kurz, Schramböck, Nehammer und natürlich Kogler.

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