Vier Fragen an Grüne

Müssen Vegetarier beim Fortgehen mit Bekannten darüber nachdenken, doch auch mal Fleisch zu essen, nur um den Frieden am Tisch zu wahren? Müssen Pazifisten darüber nachdenken, doch auch mit Waffengewalt einen Konflikt zu lösen, nur weil ein Bekannter es für sinnvoll erachtet? Müssen Menschen tatsächlich erst Brandwunden an den Fingern erleiden, um einen endgültigen Beweis für die Gefährlichkeit von Feuer zu haben? Müssen Menschenrechte doch nicht so absolut gelten, wenn dadurch eine Koalition am Laufen gehalten wird? Ich denke nicht!
Aber warum müssen dann die Grünen drei Monate Sondierungs- und Koalitionsgespräche führen, nur um ein türkises rechts außen Programm zu präsentieren, in dem sogar der Umweltschutz in Wahrheit nur ungenügend vorkommt! Dafür beschwören grüne Politiker nach nur 8 Wochen Regierung mit Kurz Durchhalteparolen.
Das ist einfach blamabel!
Das „Beste aus beiden Welten“ ist ein „Best of moralisch verwerflich und fachlich inkompetent mit türkisem rechts außen Poltikschmäh für Schlichte“ und kaum wahrnehmbaren Spurenelementen grüner Innhalte. Sind Kogler & Co reingelegt, von der türkisen Sekte über den Tisch gezogen worden? Mag sein. Eine Entschuldigung für die Performance der letzten 60 Tage ist das trotzdem nicht! Der letzte argumentative Rettungsanker der Grün-Partei ist neben dem Umweltschutz das Verhindern der FPÖ in der Regierung. Beides zählt immer weniger, vor allem, wenn bei der Ökologisierung wenig Konkretes kommt. Nebulose Worthülsen und fiktive Projekte (Stichwort 1-2-3 Ticket) sind eher Schmäh a là Kurz.
Für mich haben die Grünen einfach versagt. Schon mit Beginn der Sondierungsgespräche. Es wurde schlimmer statt besser. Selbstaufgabe und –verleugnung statt selbstbewusstem Bewahren der eigenen grünen Identität. Da können grüne PoltikerInnen (ist das Binnen-I eigentlich auch schon nicht mehr so wichtig) noch so wortreich das Gegenteil behaupten. Der endgültige Beweis kam mit der neuerlichen Krise an der türkisch–griechischen Grenze. Nun wird es sich wohl endgültig zeigen.
Und ein letztes Mal sei von meiner Seite angemerkt: Umweltschutz ist nichts wert, wenn dabei Bildung, Gleichstellung und Menschenrechte geopfert werden!

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