Die Fleißigen sind nur für die Propaganda nützlich

Die Regierung trommelt seit Tagen gegen die bösen Linken und spielt sich als die „Rettung für die Fleißigen, die früh aufstehen und Steuern zahlen“ auf. Wenn es dann aber plötzlich um die Anerkennung für diese Personen geht, schaut’s sofort anders aus. Bestes Beispiel ist die klare Ablehnung des Karfreitags als allgemeiner Feiertag durch Kurz & Wirtschaftstreibende.Der Freitag ist oftmals ein halber Tag in der österreichischen Arbeitswelt. Manche arbeiten überhaupt nur Montag bis Donnerstag. Nun gibt es also dieses Urteil vom Europäischen Gerichtshof zum Karfreitag. Die Möglichkeiten sind klar: Feiertag für alle, kein Feiertag mehr für bestimmte Religionsgruppen oder kein Feiertagszuschlag für bestimmte Personen.
Irgendwer zahlt drauf. Die Menge der Betroffenen ist hier allerdings relevant. Die große Mehrheit bekäme einen Feiertag dazu. Das will natürlich „die Wirtschaft“ nicht. Und natürlich fällt Kurz samt seiner türkis-schwarze Partei hier dem Großteil der Bevölkerung in den Rücken. Die selbsternannte „Partei der Fleißigen“ FPÖ hat offenbar keine Meinung zu der Materie. Wir haben nur mitbekommen, dass Beamte schon seit Jahren am Karfreitag frei haben. Nun kommt von Wirtschaftskammer, IV und Co das sofortige Gejammer über die Kosten. Geschenkt bei gut einem Drittel an Arbeitgebern, die niemals gesetzeskonforme Überstundenabgeltungen durchführen!
Im Ernst, der eine Tag?
Wir hören auch sofort die Propaganda für die Dummen von den extrem vielen 13 gesetzlichen Feiertagen in Österreich. Echt jetzt?! Nun, im Jahr 2019 sind der 6.Jänner und der 8.Dezember schon mal an einem Sonntag. Also nur mehr 11 Feiertage.Es gibt Länder, da werden dann diese Feiertage automatisch auf den folgenden Montag geschoben. Schon wird die Lücke zu etwa GB mit 11 Feiertagen nur mehr für ÖVPler wahrnehmbar.
Die Kurz-Partei ist eine Wirtschaftspartei. Was ja auch in Ordnung ist. Aber das sollten sich auch manche Wähler klarmachen. Wenn es hart auf hart kommt, werden Angestellte und Arbeiter immer den Kürzeren ziehen gegenüber Industrie und Wirtschaft. Nicht nur bei der Frage um den Karfreitag als Feiertag übrigens. Siehe Gebietskrankenkassen etwa.
Die FPÖ kennt nur rassistische Hetze. Dafür spielt sie sich auf. Wenn es dann neben Ausländer-Denunzierung und Armen-Bashing andere Punkte gibt, wird auch diese Partei auf die arbeitende Bevölkerung pfeifen.
Langsam ebbt die Begeisterung bei den Leuten über die Regierung, die „endlich was gegen die Syrer und Migranten macht“ merklich ab. Manche sind schon draufgekommen, dass sie am Schmäh gehalten werden von der türkisen Sekte mit den aufhussenden blauen Unterstützern. Gut so!
PS: Bestimmte Parteien sollen endlich mit dem Trottelargument aufhören, das „in einem Arbeitsverhältnis“ und „Steuerzahlen“ gleichsetzt. Das ist einfach falsch und idiotisch. Denn das größte Steueraufkommen in Österreich ist die Umsatzsteuer, die wirklich jeder zahlt, solange nicht gestohlen wird. Dann gibt es noch MÖSt, NoVA, KESt und zahlreiche andere Steuern und Abgaben, die von allen, nicht nur den Arbeitenden, gezahlt werden. Aber bei den Schlichten und Neidigen funktioniert dieser dümmliche Propaganda-Schwachsinn immer wieder.

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.