{"id":91,"date":"2013-02-14T11:38:54","date_gmt":"2013-02-14T10:38:54","guid":{"rendered":"http:\/\/www.spitzer-textkonzeption.info\/blog\/?p=91"},"modified":"2016-06-27T16:01:39","modified_gmt":"2016-06-27T14:01:39","slug":"wetter-pfeifen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.spitzer-textkonzeption.info\/blog\/?p=91","title":{"rendered":"Wetter-Pfeifen"},"content":{"rendered":"<p>Und wieder ist es geschehen: die Wettervorhersage traf nicht zu \u2013 das angek\u00fcndigte Chaos blieb schon wieder einmal aus. Kaum eine Profession kann so oft Falschmeldungen produzieren wie die Meteorologen.<!--more--><\/p>\n<p>Wetterwarnungen machen die Menschen hektisch &#8211; aber nichts passiert. Dann gibt es pl\u00f6tzlich \u00dcberschwemmungen und keiner von den Meteorologen hat es kommen sehen. Oder Schneef\u00e4lle mit mehr als 8cm, die liegen bleiben und den Morgenverkehr ziemlich belasten. Da ist dann immer die Kleinr\u00e4umigkeit der \u00f6sterreichischen Topografie Schuld.<br \/>\nMir erscheint, als ob die Wettervorhersage nach der M\u00fcnzwurfmethode eine \u00e4hnlich hohe Trefferwahrscheinlichkeit h\u00e4tte.<\/p>\n<p>Doch die lieben Damen und Herren von den verschiedensten Wetterredaktionen stolpern auch \u00fcber ihre eigenen Dummheiten und Ungenauigkeiten. Hervorragend zu beobachten an den Wetterseiten im ORF-Teletext. Abgesehen von immensen Fehlern in wenigen Zeilen (eine Unart, die sich durch das ganze Teletext-Service schon seit mehreren Monaten zieht) veranlassen geografische Kenntnisse zum Staunen. So gibt es im \u00f6stlichen Nieder\u00f6sterreich ein Bergland, oder die Wetterlage in Nieder\u00f6sterreich ist regnerisch, in Wien allerdings sonnig. Die S\u00fcdsteiermark reicht schon manchmal bis nach Leoben und je nach Lust und Laune ver\u00e4ndert sich die Lage des Mittel- und Nordburgenlandes. Besonders wundert es mich jedes Mal, wenn Regen- oder Schneeschauer auf das Mostviertel beschr\u00e4nkt sein sollen und bei mir in Wiener Neustadt regnet\/ schneit es.<\/p>\n<p>Aber auch im Radio ist es nicht besser: Wetterredakteure erz\u00e4hlen von Schneeschauern ganz im Osten des Bundesgebietes und in Wien schneit es. Der Tag ist \u00fcberall grau in grau, meldet ein Wettermann im Radio und vor meinem Fenster ist strahlender Sonnenschein. Ich denke, jeder kennt diese Geschichten.<\/p>\n<p>Zus\u00e4tzlich haben anscheinend die Mitarbeiter der ZAMG immer noch keine genauen Wording-Vorgaben, denn auch \u00fcber Temperaturangaben mit den Attributen kalt, mild, usw. herrscht sehr oft Konfusion. Beispiele dazu etwa die milden Tagesh\u00f6chstwerte im J\u00e4nner von 5\u00b0C und am n\u00e4chsten Tag kalt bei 2\u00b0C \u2013 also was jetzt?<\/p>\n<p>Auch bereiten entweder die einzelnen Messstationen Schwierigkeiten oder die Personen, die die Daten ablesen. Nur ein sehr typisches Beispiel, schon \u00f6fters erlebt:<br \/>\n29. November 2011, erster Adventsonntag, wir sind am Nachmittag in Puchberg\/ Schneeberg. Es ist ungew\u00f6hnlich mild, die Leute schwitzen beim Punschtrinken, ein Thermometer an einem Gesch\u00e4ft zeigt im Schatten 12\u00b0C, das Au\u00dfenthermometer im PKW 13\u00b0C. Zuf\u00e4llig h\u00f6ren wir \u00a0beim Wegfahren die Nachrichten um 16 Uhr, der Wettermann jubelt \u00fcber rekordverd\u00e4chtige 18\u00b0C in Puchberg\/ Schneeberg. Wir blicken uns fragend an, das Thermometer zeigt 10\u00b0C.<\/p>\n<p>Vor vielen Jahren waren die Prognosen sicher nicht falscher als heute, aber niemand erfrechte sich, eine Vorhersage f\u00fcr mehr als 36 bis 48 Stunden zu publizieren. Und die agierenden Meteorologen verlie\u00dfen sich offenbar mehr auf ihr Gesp\u00fcr und Nase als auf dreihundert Wetterstationen, Satellitenbilder und computerunterst\u00fctzter Prognosedaten.<br \/>\nUnd auf 14-Tage Vorhersagen in der ZIB, wo Temperaturbereiche von mehr als 15\u00b0C m\u00f6glich sind (achten Sie einmal auf die Bandbreite!), sollte eventuell verzichtet werden!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Und wieder ist es geschehen: die Wettervorhersage traf nicht zu \u2013 das angek\u00fcndigte Chaos blieb schon wieder einmal aus. 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