{"id":1187,"date":"2019-03-08T08:30:28","date_gmt":"2019-03-08T07:30:28","guid":{"rendered":"http:\/\/www.spitzer-textkonzeption.info\/blog\/?p=1187"},"modified":"2019-03-15T08:43:03","modified_gmt":"2019-03-15T07:43:03","slug":"weltfrauentag-weibliche-lebenswelten-zwischen-aufbruch-und-selbstaufopferung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.spitzer-textkonzeption.info\/blog\/?p=1187","title":{"rendered":"Weltfrauentag: Weibliche Lebenswelten zwischen Aufbruch und Selbstaufopferung"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Der n\u00e4chste Weltfrauentag. Immer noch verdienen Frauen um bis zu 21% weniger, leisten \u00fcberwiegend die komplette Haushaltsf\u00fchrung samt Kindererziehung und opfern wegen vermeintlichem Familiengl\u00fcck ihre Karriere. Es gibt zwar mehr engagierte Vater und M\u00e4nner, aber immer noch viel zu wenige. Zu viele Frauen bel\u00fcgen sich selbst und andere unter dem Motto \u201eMir geht\u2019s doch eh gut!\u201c, auch wenn es so gar nicht stimmt! Der Feminismus? Ist gefangen in einer Zwickm\u00fchle zwischen Erreichtem und Perspektivenlosigkeit. In der Zwischenzeit werden Frauen immer noch oft nicht &#8222;ernst genommen&#8220;.<!--more--><br \/>\nAlle sind nat\u00fcrlich f\u00fcr die Gleichberechtigung der Geschlechter. Vor allem die recht(sextrem)en Gruppierungen erkennen die Gefahr der Frauenemanzipation durch b\u00f6se Moslems. Das Frauenvolksbegehren erreichte 2018 eine beachtliche Anzahl an Unterst\u00fctzung. Dass eine Petition, darunter gegen Gewalt, Ausbeutung und gerechter Teilhabe an der Gesellschaft allerdings nicht von etwa 2 Millionen Menschen unterst\u00fctzt wird, zeigt, wie schwierig der Diskurs ist und wie hartn\u00e4ckig Stereotypen.<br \/>\nGleicher Lohn f\u00fcr gleiche Arbeit? Seit Jahrzehnten unerf\u00fcllt von Gewerkschaft und Wirtschaft gleicherma\u00dfen. Die ber\u00fchmte &#8222;Gl\u00e4serne Decke&#8220; hat Spr\u00fcnge bekommen, fort ist sie nicht. Im Grunde hei\u00dft es f\u00fcr einen Gro\u00dfteil der Frauen, sich zu entscheiden: Karriere oder Kinder. Beides geht nur in ganz seltenen F\u00e4llen, am ehesten in Ballungsr\u00e4umen und Gro\u00dfst\u00e4dten.<br \/>\nKindergartenpl\u00e4tze au\u00dferhalb Wiens sind 2019 bestenfalls suboptimal in Bezug auf Schlie\u00dftage und \u00d6ffnungszeiten. Noch schlimmer wird es aber dann, wenn das Kind in die Volksschule kommt!<br \/>\nZu lange Karenzzeiten, viel zu lange Teilzeitbesch\u00e4ftigung und R\u00fccksicht auf die (finanziell tats\u00e4chlich erfolgreichere) Karriere des Mannes bringt sp\u00e4ter die unvermeidliche Altersarmut f\u00fcr Frauen. Das Pensionssplitting ist da eine gute Option und wird sch\u00f6n langsam auch von immer mehr verantwortungsvollen Partnern erm\u00f6glicht. Aber immer noch viel zu wenig. Und gef\u00e4hrliche Verlockungen wie der Familienbonus lassen erneut j\u00fcngere Frauen in eine Falle tappen \u2013 den gr\u00f6\u00dften Gewinn gibt es in der Kombination einer arbeitet und eine bleibt daheim. Schwer zu erraten, wer in einer Beziehung was tut.<br \/>\nSind die Kinder aus dem Haus, kommt meist nach wenigen Jahren der wirtschaftlichen Erholung f\u00fcr Frauen die n\u00e4chste (unentgeltliche) T\u00e4tigkeit auf sie zu: Pflege! Ob die eigenen Eltern oder Schwiegereltern, manchmal der Partner. Auch hier liegt die Hauptlast bei den Frauen. Nebenbei, der 12h Tag ist gerade f\u00fcr die meisten Frauen eine einzige Provokation, egal, wie \u201efreiwillig\u201c das ganze Konstrukt ist!<br \/>\nGleichzeitig sehen Feministinnen eine ganze Generation von jungen Frauen heranwachsen, die pl\u00f6tzlich mit den Anspr\u00fcchen des &#8222;klassischen&#8220; Feminismus wenig anfangen k\u00f6nnen. Es wird n\u00f6tig sein, die Anspr\u00fcche und Versprechungen des Feminismus, der im Grunde eine Verbesserung f\u00fcr alle Mitglieder einer Gesellschaft beinhaltet, neue Impulse f\u00fcr eine direkte Relevanz in der Digitalen Welt des 21.Jhd. zu schaffen.<br \/>\nDenn viel zu viele, vor allem junge Frauen, sehen ihre M\u00fctter: beruflich und privat gestresst, wom\u00f6glich ohne Partner und mit wenigen Perspektiven f\u00fcr die Zukunft. Da ist es nicht verwunderlich, dass die Emanzipation samt eingebettetem Feminismus f\u00fcr die Generation der \u201eMillennials\u201c (Anm.: Personen, geboren in den 1980er Jahren) versagt hat. Die hart erk\u00e4mpften Errungenschaften der Vergangenheit z\u00e4hlen nicht, das ist nun einmal so. Und (zu) viele tappen in die Falle: mir passiert das sicher nicht! Bis sie selbst vor der Karriere\/Kinder Entscheidung stehen.<br \/>\nEs ist Aufgabe von uns allem, auch und vor allem den M\u00e4nnern, den Weltfrauentag nicht nur auf den Lippen zu tragen. Frauen als gleichrangig zu sehen. Nicht immer den &#8222;Pupperln&#8220; die Welt erkl\u00e4ren. Nicht immer &#8222;Ist ja eine Frau!&#8220; mitdenken bei allen unpassenden Gelegenheiten.<br \/>\nAber auch die falsche R\u00fccksichtnahme muss aufh\u00f6ren: Mann darf Frauen ruhig sagen, wenn etwas nicht passt. Mann darf und soll Frauen, wenn berechtigt, kritisieren k\u00f6nnen. Denn solche Kritik zeigt auch Wertsch\u00e4tzung. Beim &#8222;Tschapperl&#8220; ist eh alles wurscht. Gelebtes &#8222;ernst nehmen&#8220; von Frauen muss einfach st\u00e4rker in der Gesellschaft verankert sein. Dann klappt es schlussendlich auch mit Anerkennung, Gehaltsgleichheit und Partnerschaften auf gleicher Augenh\u00f6he.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der n\u00e4chste Weltfrauentag. Immer noch verdienen Frauen um bis zu 21% weniger, leisten \u00fcberwiegend die komplette Haushaltsf\u00fchrung samt Kindererziehung und opfern wegen vermeintlichem Familiengl\u00fcck ihre Karriere. 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