{"id":1158,"date":"2019-01-11T10:32:26","date_gmt":"2019-01-11T09:32:26","guid":{"rendered":"http:\/\/www.spitzer-textkonzeption.info\/blog\/?p=1158"},"modified":"2019-01-11T10:38:34","modified_gmt":"2019-01-11T09:38:34","slug":"1158","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.spitzer-textkonzeption.info\/blog\/?p=1158","title":{"rendered":"T\u00fcrkiser Nestbeschmutzer"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Einwohner von Orten weltweit lassen sich nicht gerne pauschal kritisieren, noch dazu mit fragw\u00fcrdigen Aussagen und Halbwahrheiten. Kommt die Kritik auch noch von einem Einwohner, sprechen rechte Gesinnungsgenossen schnell vom Nestbeschmutzer. Seit gestern ist Kurz somit nach dieser Logik ein t\u00fcrkiser Nestbeschmutzer seiner Heimatstadt Wien.<!--more-->Egal, ob die Ablehnung der Mindestsicherung durch das Bundesland Wien nun der Regierung gef\u00e4llt oder nicht, deshalb muss nicht eine ganze Stadt und deren Einwohner verunglimpft werden. Denn das hat Kurz mit seiner dummen Aussage getan:<br \/>\n<em>\u201eIch glaube nicht, dass es eine gute Entwicklung ist, wenn immer weniger Menschen in der Fr\u00fch aufstehen, um zu arbeiten, und in immer mehr Familien nur mehr die Kinder in der Fr\u00fch aufstehen, um zur Schule zu gehen\u201c, so Kurz zur Er\u00f6ffnung der Regierungsklausur. In Wien gebe es 13 Prozent Arbeitslose, das sei dreimal so viel wie in Tirol und doppelt so viel wie bundesweit, sowie immer mehr Obdachlose.[\u2026] In Wien sei die Zahl der Mindestsicherungsbezieher stark gestiegen. \u201eEs ist keine gute Entwicklung, wenn immer mehr Menschen keine Arbeit haben und von der Mindestsicherung abh\u00e4ngig sind.\u201c&nbsp;<\/em> <a href=\"https:\/\/orf.at\/stories\/3107221\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Link zu ORF.at<\/a><br \/>\nKurz setzt Mindestsicherung immer mit \u201efaul und arbeitsunwillig\u201c gleich. Dabei verschweigt er gro\u00dfz\u00fcgig, dass ein wesentlicher Teil der Bezieher Kinder unter 16 Jahren sind sowie Menschen, die einen Job haben (wom\u00f6glich fr\u00fch aufstehen) und so wenig verdienen, dass sie mit der Mindestsicherung aufstocken \u2013 die sogenannten Aufstocker, darunter fallen auch Pensionisten!<br \/>\nWien ist mehr als dreimal so gro\u00df wie Tirol, somit hinkt der Vergleich der Arbeitslosenzahlen gewaltig (noch dazu mit den Gastro-Jobs in Tiroler Skigebieten)! Als einzig relevante Gro\u00dfstadt in \u00d6sterreich spielt Wien damit in einer v\u00f6llig anderen Kategorie als der Rest des Landes. Das Ph\u00e4nomen der Obdachlosigkeit trifft auch viele \u00d6sterreicher aus den Bundesl\u00e4ndern, die einfach wegen der menschenw\u00fcrdigeren Situation nach Wien wandern. Ebenso der Arbeitszuzug, vor allem aus Nieder\u00f6sterreich, nach Wien. Denn im schwarzen Paradeland gibt es kaum so ad\u00e4quate Jobs wie in der Gro\u00dfstadt. Die hohe Arbeitslosigkeit in Wien liegt auch an den Binnen-Wirtschaftsfl\u00fcchtlingen!<br \/>\nDas gef\u00e4llt vielen Leute in den Bundesl\u00e4ndern nicht, ich wei\u00df! Auf Wien hinhauen ist deshalb sehr beliebt. Mit der Kritik bedient Kurz seine Fans am flachen Land!<br \/>\nJedenfalls kann ich nicht herausfinden, was f\u00fcr Kurz \u201efr\u00fch aufstehen\u201c bedeutet. Es gibt keine leeren U-Bahnen, Pendlerz\u00fcge und Stra\u00dfen an Werktagen um 7h oder 7.30h. Ja klar, da sitzen Menschen drin, die schon um 5.30 aufgestanden sind und nach Wien einpendeln m\u00fcssen, weil es in ihrer Wohnumgebung (meist N\u00d6) keine Jobs gibt.<br \/>\nWirklich fr\u00fch aufstehen m\u00fcssen auf jeden Fall Kinder und Jugendliche au\u00dferhalb Wiens. Die k\u00f6nnen bei Schnee und Minustemperaturen zwischen 6:10 und 7:00 auf den Schulbus warten, der sie eine halbe Stunde bis Stunde sp\u00e4ter in ein Gymnasium (die bevorzugte Schule f\u00fcr Kurz) bringt. In Wien geht das innerhalb von Minuten! Viele bei uns am Land stehen fr\u00fch auf (sagen wir 5.15h), weil diese auch meistens um 15.15h heimgehen \u2013 damit noch was vom Tag \u00fcbrig ist! Und wie schon angemerkt stehen nicht Wenige sehr fr\u00fch auf, weil sie in Wien arbeiten (m\u00fcssen)!<br \/>\nAuch wenn es ein Mensch wie Kurz, der keinen Tag in der realen Welt au\u00dferhalb seiner Parteistruktur gearbeitet hat, nicht glauben mag (und so manch anderer!): Fr\u00fch aufstehen ist noch keine Leistung!<br \/>\nDie Kritik des Bundeskanzlers ist eine beleidigte Reaktion auf die Frechheit eines Bundeslandes (noch dazu des einzig wirklich funktionierenden f\u00fcr Kinder, Auszubildende, Frauen, Alleinerzieherinnen und Pensionisten sowie Kranke), seine herrlichen Reformen mit der FP\u00d6 rundum abzulehnen. Das ist jetzt eine pers\u00f6nliche Rache gegen das Wien, in dem er gescheitert ist \u2013 Stichwort Wien-Wahlkampf und Geil-o-mobil! Oder, wie Hans Rauscher am 11.J\u00e4nnern im Standard schreibt: \u201eDer Krieg der t\u00fcrkis-blauen Koalition gegen Wien ist erkl\u00e4rt!\u201c <a href=\"https:\/\/derstandard.at\/2000095890170\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Link zu Rauschers Kommentar<\/a><br \/>\nUnd sollten t\u00fcrkis-blaue Protagonisten \u00fcber \u201eNestbeschmutzer\u201c dilettieren, k\u00f6nnen sie den aktuellen Bundeskanzler gleich mitmeinen!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">PS: Kein Amt der Welt verdient irgendeine Art von Respekt \u2013 nur die jeweilige Person, die es bekleidet. Automatisch geht da gar nichts, der Respekt muss schon da gewesen sein oder von der Person erarbeitet werden. F\u00fcr mich ist bei der aktuellen Besetzung des Bundeskanzleramtes keine der beiden Voraussetzungen gegeben!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Einwohner von Orten weltweit lassen sich nicht gerne pauschal kritisieren, noch dazu mit fragw\u00fcrdigen Aussagen und Halbwahrheiten. 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