{"id":1000,"date":"2018-03-01T09:02:02","date_gmt":"2018-03-01T08:02:02","guid":{"rendered":"http:\/\/www.spitzer-textkonzeption.info\/blog\/?p=1000"},"modified":"2018-03-11T16:45:17","modified_gmt":"2018-03-11T15:45:17","slug":"freiheit-und-pippi-langstrumpf","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.spitzer-textkonzeption.info\/blog\/?p=1000","title":{"rendered":"Freiheit und Pippi Langstrumpf"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Falsche und irrelevante Argumente werden auch bei zigfacher Wiederholung nicht wahrer oder relevanter. Das zeigt sich vor allem bei der Freiheitsdiskussion im Zuge der Nichtraucherregelung bzw. deren Aufhebung. Hier zeigt sich von Seite der Raucherunterst\u00fctzung eine regelrechte Pippi Langstrumpf Sichtweise der Realit\u00e4t: \u201eIch mach\u2019 mir die Welt, wie sie mir gef\u00e4llt! Das ist einfach unredlich!<!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zun\u00e4chst eine Vorbemerkung. Die gro\u00dfe Mehrzahl der Nikotinabh\u00e4ngigen will nicht eine Zigarette im Lokal rauchen, sie muss. Doch dieses k\u00f6rperliche und geistige Verlangen ist keine Entscheidungsfreiheit, sondern klassisch suchtbedingter Zwang.<br \/>\nDas f\u00fchrt mich direkt zur eigenartigen Argumentation der pers\u00f6nlichen Freiheitseinschr\u00e4nkung. Wo in weiten Teilen \u00d6sterreichs k\u00f6nnen sich Eltern frei entscheiden, in welche weiterf\u00fchrende Schule ihr Nachwuchs geht. Es gibt nur die Hauptschule\/ NMS. Zu einem Gymnasium f\u00fchrt ein mehrst\u00fcndiger(!) Schulweg und die Pl\u00e4tze sind begrenzt.<br \/>\nOder wie bleibt die Freiheit, aus mehreren Supermarktketten oder Bankinstituten zu w\u00e4hlen? Oftmals, vor allem in Regionen, wo \u00d6VP und auch FP\u00d6 besonders oft gew\u00e4hlt werden, gibt es weder Supermarkt noch Bank innerhalb einer akzeptablen Entfernung von etwa 1.000m. Teilweise nicht mal innerhalb von 5 Kilometern.<br \/>\nWo bleibt die pers\u00f6nliche Freiheit, an Tagen mit schlechten Witterungsbedingungen den PKW stehen lassen zu k\u00f6nnen und auf \u00f6ffentliche Verkehrsmittel umzusteigen? Denn \u00d6ffis gibt es au\u00dferhalb Wiens praktisch nicht in zumutbarer Frequenz.<br \/>\nUnd wo bleibt die pers\u00f6nliche Freiheit, eine Maske zu tragen. Das ist seit einiger Zeit verboten. Obwohl Masken sicherlich weniger die Gesundheit aller sch\u00e4digen als Zigarettenrauch!<br \/>\n\u00dcberhaupt: das Spannungsverh\u00e4ltnis von pers\u00f6nlicher Freiheit und gesellschaftlichen Verboten. Leute werden eingeschr\u00e4nkt im Verbot von 215km\/h auf der Autobahn zu fahren, auch wenn K\u00f6nnen und PKW-Fabrikat diese Geschwindigkeit erlauben w\u00fcrden. Es gibt keine pers\u00f6nliche Freiheit, um Mitternacht im Gemeindebau Schlagzeug zu \u00fcben oder Arien zu schmettern. Einem bekennenden Nudisten wird die Nacktheit in der \u00d6ffentlichkeit verboten. Oder eben die zu ausufernde Verh\u00fcllung. Ich kann, obwohl noch nie einen Unfall gebaut, nicht auf KFZ-Haftpflichtversicherung verzichten. Oder bestimmte andere Berufsgruppen. Manchen wird einfach zwangsweise vorgeschrieben, ihr Geld in Pensionskassen einzuzahlen. Das ist pers\u00f6nliche Freiheit?<br \/>\nVor allem unter Schwarz und Blau wird jedem B\u00fcrger die pers\u00f6nliche Freiheit auf Anonymit\u00e4t im \u00f6ffentlichen Raum massiv eingeschr\u00e4nkt mit den idiotischen \u00dcberwachungspl\u00e4nen.<br \/>\nAber nur bei den Rauchern wird auf dieser \u201eEinschr\u00e4nkungen der pers\u00f6nlichen Freiheit\u201c herumgekaut. Statt an die Gesundheitssch\u00e4den f\u00fcr sie selbst und Nichtraucher zu denken, schwadronieren die Apologeten der heiligen Tschick von der um sich greifenden \u201eVerbotskultur\u201c! Das k\u00f6nnte auch auf alle oben angef\u00fchrten Beispiele gelten.<br \/>\nLassen wir uns nicht f\u00fcr bl\u00f6d verkaufen: \u00fcberwiegend jene Gruppen, die sehr schnell und leichtfertig Verbote einf\u00fchren wollen, schreien gerne bei Bereichen, die ihnen selbst unangenehm sind, sofort \u201eVerbotskultur\u201c.<br \/>\nDie Debatte \u00fcber Nichtrauchen im Lokal betrifft \u00f6konomische \u00dcberlegungen von Gastronomen und die Abh\u00e4ngigkeit von 80% der Zigarettens\u00fcchtigen. Es geht um Gesundheitspr\u00e4vention und einen stattfindenden gesellschaftlichen Wandel mit \u00c4chtung des Glimmst\u00e4ngels.<br \/>\nAber es ist keine Debatte \u00fcber pers\u00f6nliche Freiheitseinschr\u00e4nkung oder die bei rechten Gem\u00fctern so gern bem\u00fchte \u201eVerbotskultur\u201c. Es ist die Abw\u00e4gung zwischen dem Recht auf eine Tschick und dem Recht auf saubere Luft im Lokal. Und wird dabei eine Person (Nichtraucher) \u00fcberm\u00e4\u00dfig durch die andere bel\u00e4stigt, h\u00f6rt die Freiheit f\u00fcr den Raucher auf. Wie beim Raser, dem Schlagzeugspieler, dem Nudisten, der Burka, dem Waffennarren uvm. Das gef\u00e4llt den Rauchern nicht. Was klar ist. Aber es \u00e4ndert nichts an der grundlegenden Tatsache.<br \/>\nAuch die extrem rechtslastige Regierung wird mittelfristig den Nichtraucherschutz nicht hinwegreden k\u00f6nnen mit dem l\u00e4cherlichen Argument eines Koalitionsvertrags, der Machterhalt \u00fcber die Gesundheit der Bev\u00f6lkerung stellt.<br \/>\nPS: Das Argument, niemand m\u00fcsse in ein Raucherlokal gehen, ist eine Frechheit. Abgesehen vom Personal; das ist eine tats\u00e4chliche Einschr\u00e4nkung in der pers\u00f6nlichen Freiheit des Nichtrauchers, irgendein Lokal ausw\u00e4hlen zu k\u00f6nnen. Man richtet der Mehrheit einfach aus, dass gastronomische No-Go-Gebiete schon in Ordnung sind. Hauptsache, die Freiheit der Raucher ist nicht bedroht!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Falsche und irrelevante Argumente werden auch bei zigfacher Wiederholung nicht wahrer oder relevanter. Das zeigt sich vor allem bei der Freiheitsdiskussion im Zuge der Nichtraucherregelung bzw. deren Aufhebung. 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